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| Abyssolarva longifila in Seitenansicht, schwimmend |
Ein rätselhafter Kiemenschneckling ist Abyssolarva longifila,
zu Deutsch etwa „Der langfädige Geist der Tiefe“. Die Art ist bisher nur von
wenigen Aufnahmen aus über 500 Metern Wassertiefe bekannt und könnte ein stark
abgeleiteter und an die Tiefsee angepasster Natantier sein oder einer ganz
eigenen Ordnung angehören. Der Körper ist fast durchscheinend, so dass die
inneren Organe teilweise zu erahnen sind. Die einzigen nicht.transparenten
Strukturen sind die für ein Tiefseetier relativ kleinen Augen und die
Schneidkanten des Mauls. Die Schale scheint zu einem internen Fettkörper
umgebildet zu sein, der es den Tieren erlaubt, im Wasser zu schweben und so
sehr energiesparend zu schwimmen. Der wichtigste Antrieb ist die kräftig
entwickelte Schwanzflosse.
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| Abyssolarva longifila von vorne, die Kamera untersuchend? |
Am auffälligsten an Abyssolarva sind
allerdings die sechs enorm verlängerten Velartentakel, die wahrscheinlich die
wichtigsten Sinnesorgane des Tieres darstellen und ihm wohl auch das Fangen von
Beute erlauben. Sie wehen beim schnellen Schwimmen hinter dem Körper her,
können aber auch kranzartig als Fühler in alle Richtungen ausgestreckt werden.
Eine weiter auffällige Struktur verbindet die beiden Augen des Tieres, bei der
es sich wahrscheinlich um das Gehirn, möglicherweise in einer festen Kapsel handelt.
Wenn die Kapsel nicht sehr dickwandig ist, dann hätte Abyssolarva das
relativ größte Gehirn aller Kiemenschnecklinge und wäre selbst den meisten
Neuschnecklingen an Hirnmasse deutlich überlegen. Wozu ein Tiefseetier, das
wahrscheinlich die meiste Zeit langsam und energiesparend treibend verbringt
ein so großes Gehirn braucht, wissen wir derzeit leider nicht und können nur
auf weiter Beobachtungen dieser faszinierenden Art hoffen.


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