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| Eine Auswahl von Neuschnecklingen (von links nach rechts und oben nach unten): Lauerspringer (Falcosaltator rostratestatus), Zweizahn-Schlammwühler (Limofodator bidens), Giraffenschnabel (Arbophagus sauropdoformis), Nacht-Baumschwinger (Chelonusimia gracilis) und Stelzhuscher (Tripodius celer) |
Die
Neuschnecklinge (Neochelonulida) sind bei weitem die
erfolgreichste und vielfältigste Gruppe der Schnecklinge. Zu ihnen zählen neben ein paar ursprünglichen Formen wie dem bunten Strandschneckling
(Chelonulosepia dixoni) die fischähnlichen Colchopisces und alle größeren landlebenden Tiere auf Colchis - Vom kleinen Stelzhuscher (
Tripodius celer) über die von Ast zu Ast hangelnden Baumschwinger bis zum riesigen Giraffenschnabel (
Arbophagus sauropdoformis). Sie haben fast alle Regionen von Colchis erschlossen und sich die unterschiedlichsten Lebensweisen zu eigen gemacht.
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| Situs eines ursprünglichen Neuschnecklings. |
Das Geheimnis ihres Erfolgs ist das effiziente Atemsystem der Neuschnecklinge. Während der Embryonalentwicklung bricht bei ihnen das vordere Ende der Atemhöhle nach außen durch, so dass ein durchgehender Atemtrakt entsteht, durch den Wasser oder Luft ohne Unterbrechungen mit peristaltischen Bewegungen gepumpt werden kann. Bei den meisten Formen existiert auch eine vom After getrennte Ausatemöffnung, so dass der Atemtrakt bis auf kleine Verbindungen über die versehentlich eingeatmete Partikel abgeschluckt werden können, unabhängig vom Verdauungstrakt ist. Das im hinteren Bereich des Körpers liegende Herz pumpt das Blut entgegen der Atemrichtung nach vorne, so dass ein hocheffizienter Gasaustausch möglich ist. Hierdurch können Neuschnecklinge weitaus höhere Stoffwechselraten erreichen als die anderen Gruppen und so größere und aktivere Formen erreichen.
Ein weiteres typisches Merkmal der Neuschnecklinge ist das komplexere Skelett. Besonder bei den größeren Formen ist der Rückenpanzer häufig reduziert und erfüllt dann nur noch eine stützende Funktion und dient als Ansatzstelle für die Muskulatur. Häufig ist er auch in mehrere Abschnitte gegliedert. Hierdurch sind die Tiere leichter und beweglicher. Dazu kommen fast immer knöcherne Elemente in den Flossen und im Schwanz und bei abgeleiteteren Formen in den Velartentakeln oder in den von diesen Organen abgeleiteten Beinen.
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