Bunter Strandschneckling (Chelonulosepia dixoni)
Beschreibung
Der bunte Strandschneckling (Chelonulosepia dixoni) ist
ein typischer Vertreter der modernen Schnecklinge auf Colchis und das
Wappentier des biologischen Forschungsinstituts Colchis. Er kommt in mehreren
Unterarten an den flachen Stränden und Küsten der gemäßigten und subtropischen
Meere vor und ist ein kleines und recht agiles Tier, das sich mit seinen beiden
Flossen kriechend oder schwimmend fortbewegt.
Wenn er sich bedroht fühlt, zieht er die Tentakel und
Augenstile ein, legt die Flossen und den Schwanz an und presst seinen
Rückenpanzer an den Untergrund oder gräbt sich mit einer schnellen Drehung ein,
wenn er sich auf Sand oder Schlick befindet. Die rötlichgelbe Färbung des
Rückenpanzers mit den bläulichen Schlieren tarnt ihn auf den meisten Böden und
zwischen seiner Algennahrung, während der bläuliche Bauch beim Schwimmen von
unten gegen die Wasseroberfläche ebenfalls schwer zu erkennen ist.
Strandschnecklinge
ernähren sich von allem, was sie mit Velartentakeln und dem Mundrüssel
ergreifen können, aber über 90% ihrer Nahrung machen verschiedene Algen aus.
Sie können sich kurze Zeit außerhalb des Wassers aufhalten und mit dem kurzen
Krallen der Flossen recht geschickt über Felsen klettern. Auf diese Weise
können sie in der Gezeitenzone viele verschiedene Nahrungsressourcen nutzen.
Etymologie
Chelonulosepia von griechisch Χελώνη, „Schildkröte“ und der Tintenfischgattung Sepia
– „Kleiner Schildkrötentintenfisch“, dixoni nach Dougal Dixon,
britischer Paläontologe und Autor phantastischer Zoologiebücher
Körperbau
Betrachtet man den Körperbau des Strandschnecklings, fällt zuerst
der Rückenpanzer (Testa, orange) auf, der die inneren Organe schützt und als
Aufhängung für den grossteil der Körpermuskulatur dient. Er schließt an der
Bauchseite an die Skelettelemente der Flossen und die dünnere Bauchplatte an.
Weitere, vom Rückenpanzer abgeleitete Skelettelemente sind die Panzerplättchen
der Flossen und des Schwanzes. Am Vorderende des Körpers finden sich drei Paare
von Tentakeln, die alle dicht mit Chemorezeptoren besetzt sind und so den
geruchs- und Geschmackssinn tragen. Während die ersten beiden Paare lang sind
und als Tast- und Greiforgane diene, ist das dritte verkürzt und relativ steif
und dient der Wahrnehmung von Wasserschwingungen und wird bei der Paarung zur
Übertragung von Keimlingen benutzt.
An der Körperunterseite liegt hinter den Tentakeln das mit
einem Rüssel ausgestattete Maul. Im Rüssel verborgen liegen zwei scharfe
Panzerplatten, die zum Abschneiden von Nahrung dienen, welche dann im an den
Rüssel anschließenden Pharynx (dunkelgrün wie der gesamte Verdauungstrakt) von
zwei rauen seitlich liegenden Platten zerrieben werden. Im folgenden muskulösen
Magen wird die Nahrung mit Verdauungssäften gemischt und dann in den
gekammerten Darm transportiert, wo sie verdaut wird.
Über dem Darm und von dessen Kammern umgeben, liegt die
Kieme (pink). Diese hat eine Einstromöffnung vorne im Panzer und transportiert
einen stetigen Wasserstrom bis zur Ausatemöffnung über dem Schwanz. Ein enger
Kanal verbindet den vorderen Bereich der Kieme mit dem Magen und ermöglicht es,
eingestrudelte Fremdkörper zu entsorgen. Ein weitere Kanal verbindet den
hinteren Bereich der Kieme mit dem Enddarm. Dieser Kanal ist ein Überbleibsel
der Kiemenbildung und bei erwachsenen Tieren meist durch einen Schleimpfropf
vollständig verschlossen. Zwei Herzen (dunkelrot) transportieren die
Körperflüssigkeit, wobei das hintenliegende Caudalherz das Blut entgegen des
Wasserstroms durch das Kapillarnetz um die Kiemen presst, was dank des
Gegenstromprinzips zu einem effektiven Gasaustausch führt. Das vorne liegende Frontalherz
pumpt das sauerstoffreiche Blut anschließend in den Körper.
Das Nervensystem besteht aus einem großen Präoralganglion
(„Gehirn“, gelb), welches von einer Panzerkapsel umgeben ist und die
Sinnesorgane und den Rüssel steuert. Von diesem laufen zwei Stränge zu den
Lateralganglien an der Basis der Flossen und weiter zu einem Nervenring um den
After. Von diesem gehen wiederum zwei Nervenstränge aus, die der Kieme nach
vorne folgen.
Die Geschlechtsorgane bestehen aus zwei kleinen Drüsen an den kurzen Tentakeln,
die Keimlinge produzieren und der größeren unpaaren Geschlechtsdrüse im
Enddarm. Bei der Paarung werden die Keimlinge mit Hilfe der kurzen Tentakel in
die Kloake des Partners gebracht und suchen selbständig den Weg in die
Empfängerdrüse.


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