Freitag, 28. Dezember 2012

Bunter Strandschneckling (Chelonulosepia dixoni)



Bunter Strandschneckling (Chelonulosepia dixoni)


Beschreibung

Der bunte Strandschneckling (Chelonulosepia dixoni) ist ein typischer Vertreter der modernen Schnecklinge auf Colchis und das Wappentier des biologischen Forschungsinstituts Colchis. Er kommt in mehreren Unterarten an den flachen Stränden und Küsten der gemäßigten und subtropischen Meere vor und ist ein kleines und recht agiles Tier, das sich mit seinen beiden Flossen kriechend oder schwimmend fortbewegt.
Wenn er sich bedroht fühlt, zieht er die Tentakel und Augenstile ein, legt die Flossen und den Schwanz an und presst seinen Rückenpanzer an den Untergrund oder gräbt sich mit einer schnellen Drehung ein, wenn er sich auf Sand oder Schlick befindet. Die rötlichgelbe Färbung des Rückenpanzers mit den bläulichen Schlieren tarnt ihn auf den meisten Böden und zwischen seiner Algennahrung, während der bläuliche Bauch beim Schwimmen von unten gegen die Wasseroberfläche ebenfalls schwer zu erkennen ist.
 Strandschnecklinge ernähren sich von allem, was sie mit Velartentakeln und dem Mundrüssel ergreifen können, aber über 90% ihrer Nahrung machen verschiedene Algen aus. Sie können sich kurze Zeit außerhalb des Wassers aufhalten und mit dem kurzen Krallen der Flossen recht geschickt über Felsen klettern. Auf diese Weise können sie in der Gezeitenzone viele verschiedene Nahrungsressourcen nutzen.

Etymologie

Chelonulosepia von griechisch Χελώνη, „Schildkröte“ und der Tintenfischgattung Sepia – „Kleiner Schildkrötentintenfisch“, dixoni nach Dougal Dixon, britischer Paläontologe und Autor phantastischer Zoologiebücher

Körperbau

 

Betrachtet man den Körperbau des Strandschnecklings, fällt zuerst der Rückenpanzer (Testa, orange) auf, der die inneren Organe schützt und als Aufhängung für den grossteil der Körpermuskulatur dient. Er schließt an der Bauchseite an die Skelettelemente der Flossen und die dünnere Bauchplatte an. Weitere, vom Rückenpanzer abgeleitete Skelettelemente sind die Panzerplättchen der Flossen und des Schwanzes. Am Vorderende des Körpers finden sich drei Paare von Tentakeln, die alle dicht mit Chemorezeptoren besetzt sind und so den geruchs- und Geschmackssinn tragen. Während die ersten beiden Paare lang sind und als Tast- und Greiforgane diene, ist das dritte verkürzt und relativ steif und dient der Wahrnehmung von Wasserschwingungen und wird bei der Paarung zur Übertragung von Keimlingen benutzt.
An der Körperunterseite liegt hinter den Tentakeln das mit einem Rüssel ausgestattete Maul. Im Rüssel verborgen liegen zwei scharfe Panzerplatten, die zum Abschneiden von Nahrung dienen, welche dann im an den Rüssel anschließenden Pharynx (dunkelgrün wie der gesamte Verdauungstrakt) von zwei rauen seitlich liegenden Platten zerrieben werden. Im folgenden muskulösen Magen wird die Nahrung mit Verdauungssäften gemischt und dann in den gekammerten Darm transportiert, wo sie verdaut wird.
Über dem Darm und von dessen Kammern umgeben, liegt die Kieme (pink). Diese hat eine Einstromöffnung vorne im Panzer und transportiert einen stetigen Wasserstrom bis zur Ausatemöffnung über dem Schwanz. Ein enger Kanal verbindet den vorderen Bereich der Kieme mit dem Magen und ermöglicht es, eingestrudelte Fremdkörper zu entsorgen. Ein weitere Kanal verbindet den hinteren Bereich der Kieme mit dem Enddarm. Dieser Kanal ist ein Überbleibsel der Kiemenbildung und bei erwachsenen Tieren meist durch einen Schleimpfropf vollständig verschlossen. Zwei Herzen (dunkelrot) transportieren die Körperflüssigkeit, wobei das hintenliegende Caudalherz das Blut entgegen des Wasserstroms durch das Kapillarnetz um die Kiemen presst, was dank des Gegenstromprinzips zu einem effektiven Gasaustausch führt. Das vorne liegende Frontalherz pumpt das sauerstoffreiche Blut anschließend in den Körper.
Das Nervensystem besteht aus einem großen Präoralganglion („Gehirn“, gelb), welches von einer Panzerkapsel umgeben ist und die Sinnesorgane und den Rüssel steuert. Von diesem laufen zwei Stränge zu den Lateralganglien an der Basis der Flossen und weiter zu einem Nervenring um den After. Von diesem gehen wiederum zwei Nervenstränge aus, die der Kieme nach vorne folgen.
Die Geschlechtsorgane bestehen aus zwei kleinen Drüsen an den kurzen Tentakeln, die Keimlinge produzieren und der größeren unpaaren Geschlechtsdrüse im Enddarm. Bei der Paarung werden die Keimlinge mit Hilfe der kurzen Tentakel in die Kloake des Partners gebracht und suchen selbständig den Weg in die Empfängerdrüse.

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