Die Egelschnecklinge (Hirudochelonia) sind eine
Gruppe parasitisch lebender Urschnecklinge, die sich als Ecto- oder
Endoparasiten vom Gewebe oder Blut größerer Tiere ernähren. Wie häufig bei
Parasiten sind auch bei ihnen viele Organe die für ihr einfaches Leben nicht
mehr nötig sind zurückgebildet, während vor allem die Geschlechtsorgane massiv
vergrößert sind – Egelschnecklinge sind oft fast reine Fress- und
Fortpflanzungsmaschinen.
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| Larve des Lausschnecklings (Pediculochelonius variabilis) |
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| Erwachsener Lausschneckling und Situs |
Der Lausschneckling (Pediculochelonius
variabilis) beginnt sein Leben als freischwimmende Larve mit
langgestrecktem blauem Panzer und hellem Bauch und ist so im offenen Wasser
kaum zu sehen. Mit seinen großen Augen und den langen Fühltentakeln sucht er
einen Partner, mit dem er Geschlechtszellen austauscht, die dann in der stark
vergrößerten Gonade gespeichert werden und so den Rest seines Lebens Nachkommen
hervorbringen können. Nach der Paarung sucht die befruchtete Larve ihr Opfer,
an dem sie sich mit den Tentakeln und drei Dornen an jeder Seitenflosse
festklammert. Mit den beiden kräftigen Kieferdornen gräbt sie sich in die Haut
ihres Opfers ein und beginnt zu wachsen. Schwanz und Tentakel werden
zurückgebildet und der Panzer färbt sich so, dass der erwachsene
Lausschneckling auf seinem Opfer kaum mehr zu erkennen ist. Den Rest seines
Lebens verbringt das Tier nun damit, die seinem Wirt gestohlenen Nährstoffe in
möglichst viele Nachkommen zu verwandeln.
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| Egelschneckling (Hirudochelonius sp.) |
Noch stärker an ein parasitisches
Leben angepasst sind die endoparasitischen eigentlichen Egelschnecklinge
(Hirudochelonius sp.). Die Larvenphase dieser Tiere besteht aus einer
hartschaligen Zyste, aus der der Schneckling schlüpft, wenn die Cyste von einem
Wirt verschluckt und die harte Schale anverdaut wird. Der Egelschneckling ist
blind und kaum beweglich und kann sich nur mit zwei Dornen an seinem Vorderende
voranziehen. Er sucht sich nun eine Stelle im Darm seines Opfers, wo er sich
dauerhaft festsaugt. Mit dem Speichel gibt er in das Blut seines Opfers winzige
Mengen eigener Hormone ab, so dass Egelschnecklinge jeweils feststellen können,
ob sie einen Wirt allein oder zu mehreren besiedelt haben. Sitzen mehrere
Egelschnecklinge in einem Wirt, dann geben sie ihre winzigen Geschlechtszellen
in das Blut ab, so dass sie zu anderen Artgenossen wandern können, allerdings
sind sie für die Fortpflanzung nicht auf eine Befruchtung angewiesen.
Tatsächlich besteht der Egelschneckling aus kaum mehr als einem Verdauungstrakt
und einer riesigen Geschlechtsdrüse, die große Mengen der harten Cysten
produziert, welche dann vom Wirt mit dem Kot ausgeschieden werden. Dadurch ist
die Chance hoch, dass sie in einer Gegend zu liegen kommen, wo geeignete Wirte
regelmäßig fressen und sich der Zyklus schließen kann.






