Mittwoch, 12. März 2014

Mandibelhaie

Großer Mandibelhai (Forcepserus magnificens)
Die Spitzenräuber der Meere auf Colchis sind ohne Frage die Mandibelhaie (Forcepiceti). Diese hochentwickelten Gliederschwimmer zeichnen sich durch ihre Größe und ihren stromlinienförmigen Körper aus, auf Grund dessen sie den irdischen Haien, Walen oder Fischsauriern ähneln - ein Beispiel für konvergente Evolution. Von den dreiteiligen Mundwerkzeugen der Gliederschwimmer ist der obere Teil bei den Mandibelhaien mit dem Kopfschild verschmolzen, so dass nur die beiden unteren Teile als kräftige, zangenartige Beißwerkzeuge übrig bleiben, welche gegen ausgeprägte, vom Kopfschild gebildete Widerlager bewegt werden können. Auch die Tentakel scheinen verschwunden zu sein, allerdings sind alle drei Paare deutlich ausgebildet, wenn auch stark abgewandelt. Das erste Tentakelpaar ist zu einem langgezogenen Drucksensor umgewandelt, der entlang der Wangen der Tiere verläuft. Das zweite Tentakelpaar ist um die Mundwerkzeuge herum verschmolzen und bilden einen kräftigen, beweglichen Schlund. Mandibelhaie können daher ihr Maul weit aufreißen und kräftig zubeißen - sowohl mit den zangenartigen Mandibeln, als auch, indem sie diese gegen die Kante des Kopfschildes bewegen. Das dritte Tentakelpaar dient wie üblich der Fortpflanzung und liegt unter dem vordersten Flossenpaar.
Mandibelhaie greifen eine Colchissirene an
Ein auf große Beutetiere spezialisierter Räuber ist der große Mandibelhai (Forcepserus magnificens), der sowohl im offenen Meer als auch im Brackwasser und gelegentlich sogar in größeren Flüssen im Mündungsbereich jagt. Zu seinen bevorzugten Beutetieren gehören die Colchissirenen, die häufig von paarweise jagenden Mandibelhaien erlegt werden. Während ein Tier sich in den Flossen der Beute verbeisst und sie dadurch in ihrer Beweglichkeit einschränkt, greift das zweite den Rücken an, um das große Ölorgan zu zerstören. Die so weitgehend manövrierunfähig gemachte Colchissirene kann dann durch einen letzten Angriff auf die Hirnkapsel getötet werden und wird dann schnell verzehrt, bevor das austretende Öl weitere Jäger anlockt.
Schaufelnase (Palanasus cristatomandibulatus)
Allerdings sind bei weitem nicht alle Mandibelhaie große, furchterregende Räuber. Die Schaufelnase (Palanasus cristatomandibu-latus) ist ein Tier mit relativ flachem Körper, das den Boden mit seiner seltsam geformten Schnauzenspitze durchwühlt und mit seinen kammförmigen Mandibeln aufgescheuchte Kleinlebewesen einfängt. Die breite Schnauzenspitze dient dabei nicht nur zum Aufscheuchen der Beute, sondern ist mit zahlreichen Sinneszellen besetzt, so dass die Schaufelnase auch gut versteckte Beute leicht erkennt. Schaufelnasen leben in kleinen Gruppen verwandter Tiere und es kommt gelegentlich vor, dass sie, wenn sie nicht hungrig sind, Spielverhalten zeigen. Dabei greift gewöhnlich ein Tier einen interessanten Gegenstand mit den Mandibeln und vergräbt diesen im Sand, worauf hin er von anderen Gruppenmitgliedern aufgespürt wird und die Teilnehmer sich oft gegenseitig versuchen, die Beute abzujagen. Möglicherweise trainieren hierbei ältere Tiere das Jagdverhalten der jüngeren und geben so einen Teil ihrer Erfahrung weiter.

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