Dienstag, 9. Juli 2013

Entwicklung der Schnecklinge I



Die Entwicklung der Schneckling (und anderer Colchozoa) we
Schematische Übersicht über die Entwicklung von Colchozoa und Metazoa
ist eine Reihe von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zur Entwicklung der irdischen mehrzelligen Tiere (Metazoa) auf. In beiden Fällen werden während der frühen Entwicklung mehrere Keimblätter angelegt und der grundsätzliche Körperbau mit Oberfläche und Darm angelegt und in beiden Fällen reflektiert diese frühe Entwicklung wahrscheinlich wichtige evolutionäre Schritte, die zu höheren Tieren führten.
Auf Terra wie auf Colchis beginnt sich eine erste Zelle, die befruchtete Eizelle (Zygote) zu teilen und bildet einen kleinen Zellhaufen (Morula). Bei den irdischen Tieren entsteht hieraus eine flüssigkeitsgefüllte Kugel, die Blastula, die einem freischwimmenden Vorfahren der höheren Tiere entspricht. Die Blastula stülpt sich dann zur Gastrula ein, wodurch die Zellen sich zuin zwei Keimblättern organisieren, dem Ectoderm, welches die Körperoberfläche und später das Nervensystem bildet, und dem Endoderm, von dem sich der Verdauungstrakt und die inneren Organe ableiten. Nesseltiere wie Quallen und Korallen bleiben auf diesem Stadium mit nur einer Körperöffnung, während bei allen höheren Tieren der Darm auf der anderen Seite durchbricht wobei die neue Öffnung zum After (bei den Protostomia wie z.B. Regenwürmern, Muscheln und Insekten) oder zum Mund wird (bei Deuterostomia wie Seeigeln und Wirbeltieren). Schließlich wird ein drittes Keimblatt, das Mesoderm angelegt, das die primäre Körperhöhle, den ursprünglichen Hohlraum der Blastula, mehr oder weniger weit verdrängt und später z.B. Knochen und Muskulatur bildet.
Bei den Colchozoa heftet sich die Morula an eine Oberfläche, bei den ursprünglichsten Formen den Boden, sonst die Oberfläche des Dotters, und flacht sich zur zweilagigen Bratteola ab, die häufig schon beweglich ist und einer frühen, Bakterien abweidenden Form entspricht. Dabei spezialisiert sich die untere Zellschicht zur Nahrungsaufnahme und wird als Trophoderm bezeichnet, welches später vor allem den Darm und die Atemorgane bildet. Die obere Schicht erfüllt eine Schutzfunktion, wird als Tectoderm bezeichnet und bildet später die Körperoberfläche. Meist wird schon bei der Bratteola das dazwischen liegende Interderm angelegt, das später große Teile der Muskulatur und des Skeletts bildet. Der entscheidende folgende Entwicklungsschritt aller Colchozoa ist die Sacculation, bei der sich die Mitte der Bratteola sackartig abschnürt. Es wird vermutet, dass dies einen evolutionären Schritt widerspiegelt, bei dem die ursprünglichen Bakterienweider durch Kontraktion einen größeren Verdauungsraum zu bilden begannen. Die Saccula entspricht damit teilweise der irdischen Gastrula, zeichnet sich aber dadurch aus, dass sie einen ausgeprägten Kragen, das Velum aufweist, welches die Fortbewegung und einen Großteil der Sinneswahrnehmungen übernimmt und später die Körperanhängsel wie Velartentakel, Augenstiele, Flossen und Schwanz bildet und auch als viertes Keimblatt der Colchozoa (Veloderm) bezeichnet wird. Die Sacculonatanta (Floater, siehe später), von denen sich auch die höheren Pflanzen von Colchis (Colchophyta) ableiten, bleiben auf diesem Status. Bei höheren Tieren von Colchis bildet sich aber auch ein durchgehender Darmtrakt. Während bei den Colchiswürmern (Eustomata, siehe später) der After durch das Tectoderm bricht, läuft die Bildung bei den Schnecklingen anders ab. Die Saccula streckt sich in einer Richtung, wobei ein Vorder- und ein Hinterende entstehen und die primäre Körperöffnung verlängert wird. Die langen Seiten berühren sich bald und verkleben zuerst, um dann zusammenzuwachsen, wobei nur an beiden Enden jeweils eine Öffnung übrigbleibt, von denen die vordere zum Mund und die hintere zum After wird. Damit ist die grundlegende Struktur des Schnecklingskörper angelegt.

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