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| Seeananas (Ananamorphus spinosus) |
Die Chelonulascidia sind die größten und
abgeleitetsten Urschnecklinge. Die erwachsenen Tiere sind kaum noch als
Schnecklinge erkennbar. Sie sitzen mit dem Panzer am Untergrund fest und ihr
Velum ist zu einem von festen Dornen gestützten Saum umgewandelt, der den
Panzer nach oben hin verschließen kann, um das Tier vor Feinden zu schützen.
Dazu ziehen sich kräftige Schließmuskeln durch den Körper der Chelonulascidie,
während die Öffnung des Dornenkranzes passiv mit Hilfe eines elastischen Bandes
geschieht. Der Panzer ist häufig noch zusätzlich mit nach außen gerichteten
Stacheln geschützt, so auch bei der nach ihrer Form benannten Seeananas (Ananamorphus
spinosus).
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| "Schluckbewegung" der Seeananas |
Aus dem weichen Bauch strecken sich zwei Siphone empor, von
denen der Mundsiphon einen Kranz aus Tentakeln trägt, die durch eine Membran zu
einem Fangapparat verbunden sind. Dieser wird der Strömung entgegen gestreckt,
um Plankton einzufangen, was durch einen stetigen Wasserstrom unterstützt wird,
den der Darm peristaltisch erzeugt. Um die Beute vom Fangapparat zu schlucken,
werden die Tentakel aneinander zum Schlund hin aneinander gerieben. Die
Nahrungspartikel verfangen sich dann im Schleim des engen Darms und werden in
den zahlreichen angrenzenden Taschen verdaut. Der vielfach gekammerte Verdauungstrakt mit einem stetigen Wasserstrom dient dabei auch dem Gasaustausch, wobei die peristaltischen Bewegungen auch die Körperflüssigkeit in Bewegung halten. Wahrscheinlich ermöglicht diese primitive Form der Atmung den Chelonulascidia für Urschnecklinge so ungewöhnlich groß zu werden.
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| Innerer Körperbau der Seeananas |
Ein bis zweimal im Jahr stoßen Seeananas durch ihren
Aftersiphon große Mengen an Schwimmern aus, die dann von Artgenossen werden und
durch eine spezielle Rinne des Darms zu den Gonaden wandern, wo die Befruchtung
stattfindet. Die danach gebildeten Larven verraten die Schnecklingnatur der Tiere.
Sie sind relativ schlechte Schwimmer, die sich meist in Bodennähe bewegen und
drei bis fünf Tentakel auf dem
Rückenpanzer tragen. Nach bis zu einer Woche als schwimmende Tiere suchen sie
sich einen geeigneten Standort, meist auf felsigem Untergrund zwischen Algen,
drehen sich dort auf den Rücken und heften sich mit dem Tentakeln an, deren
Drüsen ein Art Zement bilden. Nach ein bis drei weiteren Tagen ähnelt das Tier
dann einer Miniaturausgabe seiner Eltern.
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| Larve der Seeananas |
Demnächst: Kiemenschnecklinge (Branchiochelonulida).




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