Während die meisten modernen Gliederschwimmer eine begrenzte Segmentzahl
und einen mehr oder weniger steifen, aber kräftigen Körper aufweisen,
sind die Flossenschlänger (Pterygioserpentes) langgestreckte, vielgliedrige Tiere. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gliederschwimmern, bewegen Flossenschlängler ihren Körper nicht unbedingt in erster Linie auf und ab, sondern können sich auch seitlich schlängeln oder sogar mit einer schraubenartigen Bewegung vorwärts bewegen. Während sie das nicht unbedingt zu den schnellsten Schwimmern macht, erlaubt es ihnen eine große Beweglichkeit und erleichtert ihnen insbesondere die Bewegung am Boden oder in so flachem Wasser, dass eine Auf- und Abbewegung nicht mehr möglich ist. Tatsächlich ist einer Gruppe von Flossenschlänglern (zu der wir später wieder kommen werden) sogar den Landgang gelungen.
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| Ein Meerflossenschlängler fängt Floater (Pendator elegans) |
Eine weitere Besonderheit der Flossenschlängler ist ihr Maul, das den oberen Teil der Mundwerkzeuge verloren hat, so dass nur noch das untere Paar als zangenartiger Apparat übrig bleibt, der gegen die Vorderkante des Kopfschildes arbeitet, so dass eine Art Schnabel entsteht, der bei vielen Arten sehr weit geöffnet werden kann. Der Schlund, der im zweiten Segement liegt, kann weit aufgerissen werden, wodurch Wasser hineinströmt und die Beute mit hineinreisst, eine Art des Beutefangs, die viele irdische Fische betreiben, zu der aber nur wenige Colchisfische fähig sind. Die Flossenschlängler pressen das Wasser dann durch die Lücken ihrer Mundwerkzeuge wieder heraus, wobei die Beute zurückgehalten wird. Eine weitere Anpassung, die es den Flossenschlänglern erlaubt, "den Mund vollzunehmen", ist die Tatsache, dass ihre Atemöffnung relativ weit hinten am Körper durchbricht, so dass ein gefüllter Schlund den Atemtrakt nicht zusammendrücken kann und eine große Beute im Schlund vorverdaut werden kann, ohne dass das die Atmung beeinträchtigt.
Allerdings ist nicht jeder Flossenschlängler auf große Beutetiere oder das Schlucken großer Wassermengen spezialisiert. Ein Gegenbeispiel ist der Sandstelzer (Ardeaserpens arenae), dessen hintere Flossenpaare zu langen Borsten umgewandelt sind, mit denen das Tier sich über den Boden bewegen und den vorderen Teil des Rumpfes über den Sand heben kann. Mit seinem langen, pinzettenähnlichen Schnabel stößt das Tier auf kleine Beutetiere im Schlick herab, die er blitzschnell schnappt und verschlingt.



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