
Die meisten Rückstossschwimmer sind kleine, flinke Tiere. Aber eine Familieunter ihnen hat es zu gigantischen Ausmaßen gebracht: Die Filterriesen (Filtrotitanidae). Diese Tiere, die Ausmaße ähnlich der irdischen Wale erreichen können sehen auf den ersten Blick wie eine skurile Mischung aus Wal, Staubsauger und Mantarochen aus. Tatsächlich trifft diese Beschreibung recht gut auf diese Tiere zu! Fast die Hälfte ihres Körpers nimmt ihr gewaltiger Atemtrakt ein, der kontinuierlich große Wassermassen durch das Tier pumpt. Anders als bei seinen kleineren Verwandten, dient das bei den Filterriesen aber nicht nur zum Antrieb, sondern auch zur Ernährung. Ein hochspezialisiertes Filtersystem fängt dabei alle aufgenommenen Nahrungspartikel - von Plankton bis zu handtellergroßen Schwimmern aus dem Wasser, welche dann in den darunter liegenden Verdauungstrakt abgeschluckt werden.
Filterschwimmer haben dazu eine riesige Wasseraufnahmeöffnung, hinter der eine Art Prallgitter aus harten Borsten liegt, die größere Objekte von den feinen Filterlamellen dahinter fernhalten. Die feinen Filterlammelen laufen V-förmig auf die Verbindung zum Magen hin, so dass alles, was nicht mit dem Wasser zwischen den Lamellen hindurchströmen kann, sich hier sammelt. Hinter dem Filter liegt eine muskulöse Kammer, die das Pumpen des Wassers erlaubt und dahinter die vielfach gefaltete Atemkammer, gefolgt von der zweiten Pumpkammer, die für kurze Schwimmstöße schnell Wasser ausstoßen kann. Gesteuert wird die Fortbewegung des Tieres von zwei großen seitlichen Flossen und der hinterherwehenden Schwanzflosse.
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| Körperlängschnitt und Aufsicht auf den Filter-Atemapparat |
Da die Filterriesen ihre Tentakel und ihr Maul nicht mehr zur Nahrungsaufnahme benötigen, konnten diese Strukturen andere Funktionen übernehmen. Während das erste Tentakelpaar eine Art forderen Flügel bildet, der gleichzeitig als Steuerruder und Sinnesorganträger dient, liegt das zweite Paar als breite Lappen vor der Mundöffnung. Diese besitzt keinerlei harte Mundwerkzeuge mehr aber öffnet sich in eine große Mundhöhle, die nur noch bei Jungtieren mit dem magen verbunden ist. Bei ausgewachsenen Tieren dient sie als Brutkammer, in die die Embryonen des Paarungspartners aufgenommen werden. Hier ernähren sich die heranwachsenden Jungtiere von einer Art Milch, die von umgewandelten Speicheldrüsen produziert wird, bis sie groß genug sind, um selbständig die Ozeane von Colchis zu durchpflügen. Winzig im Vergleich zu ihren Eltern, sind sie zu dieser Zeit schon um einiges größer als ein Mensch und damit vor vielen möglichen Fressfeinde sicher.


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