Heute keine neuen Schnecklinge - dafür viele alte und neue Bekannte auf einem Bild!
Schnecklinge von Colchis beschäftigt sich mit den fiktiven Lebewesen des Planeten Colchis. Inspiriert wurde die Erschaffung der Welt Colchis von meiner Liebe zu guter Science Fiction, den wunderbaren Werken von Dougal Dixon und dem Wunsch, eine einigermaßen realistische Hintergrundwelt für meine eigenen Ideen zu entwerfen.
Mittwoch, 12. Februar 2014
Montag, 10. Februar 2014
Gliederschwimmer VII: Flossenschlängler
Während die meisten modernen Gliederschwimmer eine begrenzte Segmentzahl
und einen mehr oder weniger steifen, aber kräftigen Körper aufweisen,
sind die Flossenschlänger (Pterygioserpentes) langgestreckte, vielgliedrige Tiere. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gliederschwimmern, bewegen Flossenschlängler ihren Körper nicht unbedingt in erster Linie auf und ab, sondern können sich auch seitlich schlängeln oder sogar mit einer schraubenartigen Bewegung vorwärts bewegen. Während sie das nicht unbedingt zu den schnellsten Schwimmern macht, erlaubt es ihnen eine große Beweglichkeit und erleichtert ihnen insbesondere die Bewegung am Boden oder in so flachem Wasser, dass eine Auf- und Abbewegung nicht mehr möglich ist. Tatsächlich ist einer Gruppe von Flossenschlänglern (zu der wir später wieder kommen werden) sogar den Landgang gelungen.
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| Ein Meerflossenschlängler fängt Floater (Pendator elegans) |
Eine weitere Besonderheit der Flossenschlängler ist ihr Maul, das den oberen Teil der Mundwerkzeuge verloren hat, so dass nur noch das untere Paar als zangenartiger Apparat übrig bleibt, der gegen die Vorderkante des Kopfschildes arbeitet, so dass eine Art Schnabel entsteht, der bei vielen Arten sehr weit geöffnet werden kann. Der Schlund, der im zweiten Segement liegt, kann weit aufgerissen werden, wodurch Wasser hineinströmt und die Beute mit hineinreisst, eine Art des Beutefangs, die viele irdische Fische betreiben, zu der aber nur wenige Colchisfische fähig sind. Die Flossenschlängler pressen das Wasser dann durch die Lücken ihrer Mundwerkzeuge wieder heraus, wobei die Beute zurückgehalten wird. Eine weitere Anpassung, die es den Flossenschlänglern erlaubt, "den Mund vollzunehmen", ist die Tatsache, dass ihre Atemöffnung relativ weit hinten am Körper durchbricht, so dass ein gefüllter Schlund den Atemtrakt nicht zusammendrücken kann und eine große Beute im Schlund vorverdaut werden kann, ohne dass das die Atmung beeinträchtigt.
Allerdings ist nicht jeder Flossenschlängler auf große Beutetiere oder das Schlucken großer Wassermengen spezialisiert. Ein Gegenbeispiel ist der Sandstelzer (Ardeaserpens arenae), dessen hintere Flossenpaare zu langen Borsten umgewandelt sind, mit denen das Tier sich über den Boden bewegen und den vorderen Teil des Rumpfes über den Sand heben kann. Mit seinem langen, pinzettenähnlichen Schnabel stößt das Tier auf kleine Beutetiere im Schlick herab, die er blitzschnell schnappt und verschlingt.
Sonntag, 9. Februar 2014
Gliederschwimmer VI: Filterriesen

Die meisten Rückstossschwimmer sind kleine, flinke Tiere. Aber eine Familieunter ihnen hat es zu gigantischen Ausmaßen gebracht: Die Filterriesen (Filtrotitanidae). Diese Tiere, die Ausmaße ähnlich der irdischen Wale erreichen können sehen auf den ersten Blick wie eine skurile Mischung aus Wal, Staubsauger und Mantarochen aus. Tatsächlich trifft diese Beschreibung recht gut auf diese Tiere zu! Fast die Hälfte ihres Körpers nimmt ihr gewaltiger Atemtrakt ein, der kontinuierlich große Wassermassen durch das Tier pumpt. Anders als bei seinen kleineren Verwandten, dient das bei den Filterriesen aber nicht nur zum Antrieb, sondern auch zur Ernährung. Ein hochspezialisiertes Filtersystem fängt dabei alle aufgenommenen Nahrungspartikel - von Plankton bis zu handtellergroßen Schwimmern aus dem Wasser, welche dann in den darunter liegenden Verdauungstrakt abgeschluckt werden.
Filterschwimmer haben dazu eine riesige Wasseraufnahmeöffnung, hinter der eine Art Prallgitter aus harten Borsten liegt, die größere Objekte von den feinen Filterlamellen dahinter fernhalten. Die feinen Filterlammelen laufen V-förmig auf die Verbindung zum Magen hin, so dass alles, was nicht mit dem Wasser zwischen den Lamellen hindurchströmen kann, sich hier sammelt. Hinter dem Filter liegt eine muskulöse Kammer, die das Pumpen des Wassers erlaubt und dahinter die vielfach gefaltete Atemkammer, gefolgt von der zweiten Pumpkammer, die für kurze Schwimmstöße schnell Wasser ausstoßen kann. Gesteuert wird die Fortbewegung des Tieres von zwei großen seitlichen Flossen und der hinterherwehenden Schwanzflosse.
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| Körperlängschnitt und Aufsicht auf den Filter-Atemapparat |
Da die Filterriesen ihre Tentakel und ihr Maul nicht mehr zur Nahrungsaufnahme benötigen, konnten diese Strukturen andere Funktionen übernehmen. Während das erste Tentakelpaar eine Art forderen Flügel bildet, der gleichzeitig als Steuerruder und Sinnesorganträger dient, liegt das zweite Paar als breite Lappen vor der Mundöffnung. Diese besitzt keinerlei harte Mundwerkzeuge mehr aber öffnet sich in eine große Mundhöhle, die nur noch bei Jungtieren mit dem magen verbunden ist. Bei ausgewachsenen Tieren dient sie als Brutkammer, in die die Embryonen des Paarungspartners aufgenommen werden. Hier ernähren sich die heranwachsenden Jungtiere von einer Art Milch, die von umgewandelten Speicheldrüsen produziert wird, bis sie groß genug sind, um selbständig die Ozeane von Colchis zu durchpflügen. Winzig im Vergleich zu ihren Eltern, sind sie zu dieser Zeit schon um einiges größer als ein Mensch und damit vor vielen möglichen Fressfeinde sicher.
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