Die Schlammwühler haben den typischen Körperbau der Gliederschwimmer, aber in den Meeren von Colchis ist eine Vielzahl von Schwimmern verschiedensten Körperbaus unterwegs. Wie die irdischen Fische haben sie sich an eine Reihe verschiedener Lebensräume angepasst. Heute betrachten wir eine Reihe relativ typischer Formen, die ähnliche Anpassungen aufweisen, wie irdische Fische.
Der Sandschmuser (Leioichthys psammophilus) ist ein bodenlebender Gliederschwimmer mit stark abgeflachtem Körper. Er und seine nahen Verwandten sind an fast allen gemäßigten bis tropischen Küsten Colchis zu finden. Sein erstes Flossenpaar ist groß und flügelförmig und erlaubt es ihm, langsam und dicht über dem Boden zu "fliegen", ohne dabei den Untergrund aufzuwirbeln. Seine Beute sucht er mit den langen und beweglichen ersten Tentakeln, während das zweite Tentakelpaar direkt vor dem großen Maul sitzt und ihm erlaubt, sich kurz vor dem Zuschnappen noch einmal präzise zu orientieren. Die Augen des Sandschmusers sind nach oben gerichtet und vor seiner Einatemöffnung liegt ein flacher Wall, so dass das Tier sich beim Ruhen knapp unter die Sandoberfläche eingraben kann.
Die Pfeilschwimmer (Natasagitta spec.) zeigen eine fast exakt genau dem Sandschmuser entgegengesetze Anpassung. Ihr Körper ist langgestreckt und schlank und wird beim Schwimmen fast starr gehalten, während die sicherlförmige Schwanzflosse sie durch das offene Wasser vorantreibt. Ihre Tenatkel und das dritte Flossenpaar sind völlig zurückgebildet, so dass die Stromlinienform nicht gestört ist. Pfeilschwimmer ziehen in großen Schwärmen durch das offene Meer und sieben mit ihren gezähnten Mundwerkzeugen Plankton aus dem Wasser. Wie viele Hochseetiere zeigen sie eine Konterschattierung, ihr Bauch ist also heller als der Rücken, so dass sie sowohl von unten gegen den helleren Himmel, noch von oben gegen das tiefere Wasser auffallen.
Einen hohen Körper mit kümmerlicher Schwanzflosse haben die bunten Riffbummler (Cotoreptatus viridiflavus). Wie ihr Name andeutet sind sie langsame Schwimmer, die in Riffen und an zerklüfteten Felsklippen leben. Sie bewegen sich mit Hilfe ihrer großen seitlichen Flossen und können mit ihrem hohen, seitlich abgeflschten Körper schnell in Spalten huschen, wo sie sich mit ihrem stacheligen Rückenpanzer verkanten können. Trotz ihrer auffälligen Färbung sind Riffbummler keine giftigen Tiere. Ob ihre Färbung Partner anlocken oder Feinde verwirren soll, ist derzeit unbekannt, allerdings scheint ihr stacheliger Rücken sie für viele Beutegreifer so oder so zu einer wenig erstrebenswerten Beute zu machen.
Süßwasserbewohner sind die winzigen Mückenfresser (Alucitavorus inversus). Diese Winzlinge sind kaum halb so lang wie ein menschlicher Finger und leben direkt an der Wasseroberfläche, wo sie sich von dem ernähren, was in ihren Teich fällt. Da sie auf dem Rücken schwimmen, ist auch ihre Konterschattierung umgekehrt im Vergleich zu der anderer Colchisfische. Mückenfresser zeichnen sich durch eine enorme Vermehrungsfähigkeit aus und produzieren zwei verschiedene Arten von Eiern. Die weichschaligen Eier schlüpfen nach wenigen Stunden und dienen der Vermehrung im Elternteich. Die zweite Art Eier hat eine härtere Schale und wird bei windigem Wetter von springenden Weibchen über der Wasseroberfläche abgegeben. Die leichten Eier trocknen sehr schnell und können mit dem Wind verbreitet werden.Sie schlüpfen, sobald sie wieder befeuchtet werden, was mehrere Monate oder sogar Jahre später sein kann. Auf diese Weise können Mückenfresser fast jedes stehende Gewässer von größeren Pfützen bis zu Seen besiedeln.

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