Samstag, 21. Dezember 2013

Gliederschwimmer I: Der Zweizahn-Schlammwühler (Limofodator bidens)

Zweizahn-Schlammwühler (Limofodator bidens)
Die Gliederschwimmer (Arthrovolantes), auch Colchisfische sind die Herrscher des offenen Wassers auf Colchis. Sie stammen von Vorfahren ab, die dem heutigen Asselschwimmer (Segmentochelonulus bathyalis) ähneln, sind aber deutlich bessere Schwimmer. Ihre Schale besteht aus meist fünf gegeneinander beweglichen Elementen, die kaum mehr dem Schutz des Tiers dienen, sondern als beweglicher Ansatz für die kräftige Muskulatur dienen. Gliederschwimmer können sich daher, ähnlich wie die irdischen Fische durch eine schwingende Bewegung ihres Körpers fortbewegen. Allerdings schlängeln sie sich dabei nicht seitlich, sondern schwingen ihren Schwanz auf und ab, wie dies auch die irdischen Wale tun. 
Kopf mit hochgeklappter Kopfflosse
Die zahlreichen Flossen, die bei den Asselschwimmern der Fortbewegung dienen, sind bei den höheren Gliederschwimmern auf drei Paar reduziert, die meist dem Steuern dienen. Das erste Flossenpaar schützt dabei auch das der Fortpflanzung dienende dritte Tentakelpaar. Das erste Tentakelpaar dient gewöhnlich als Taster, während das zweite oft zurückgebildet ist oder als Grubenorgan ähnlich der Seitenlinie irdischer Fische zur Wahrnehmung von Druckschwankungen im umgebenden Wasser dient.

Schlammwühler wühlt einen Urschneckling auf
Ein typischer Vertreter der Gliederschwimmer ist der Zweizahn-Schlammwühler (Limofodator bidens), der in den subtropischen und gemäßigten Küstengebieten Colchis' weit verbreitet ist. Seinen Namen hat er von dem zahnartigen ersten Tentakelpaar, das als Werkzeug unter anderem zu Wühlen nach kleinen Beutetieren im Schlamm dient, welche. Die "Zähne" dienen dabei gleichzeitig dem Wühlen und Tasten und können aufgespürte Beutetiere blitzschnell zum weiter hintergelegenen Maul schleudern, wo sie von den Mundwerkzeugen geknackt werden.
Ein Schlammwühler löst eine Colchanemone vom Untergrund
Allerdings setzen die Tiere ihre Zähne auch sehr geschickt für zahlreiche andere Aufgaben ein, so zum Beispiel zum Greifen und Manipulieren größerer Beutetiere wie Colchanemonen, die sie mit den Zähnen greifen und durch Einsatz des ganzen Körpers als Hebel vom Untergrund lösen. Ein erfolgreicher Schlammwühler transportiert seine Beute dann aus der Sicht und Reichweite von Konkurrenten und kann sie dort in Ruhe mit seinen Mundwerkzeugen zerkleinern.

Schlammwühler bei der Paarung

Nicht zuletzt, spielen die Zähne eine entscheidende Rolle bei der Paarung der Schlammwühler. Männchen und Weibchen schwimmen dabei zuerst parallel nebeneinander her, bis das Weibchen abbremst und das Männchen sich auf die Seite dreht, ummit seinen Zähne nach der großen zweiten Flossen des Weibchens zu greifen. Hebt sie nun den Schwanz, kommt einer der Paarungstentakel des Männchens in direkte Nähe der weiblichen Kloake.
Schlammwühler beim Lernen harter Lektionen

Gelegentlich gerät aber auch der anpassungsfähige Schlammwühler in Schwierigkeiten, so zum Beispiel, wenn er versucht, es mit einem Sechsarm aufzunehmen. Dessen Verteidigungsstrategie (Hier nachzulesen) kann für den Angreifer tödlich enden, wodurch die vermeintliche Beute am Ende des Tages zu einer üppigen Mahlzeit kommen kann. Meist gelingt es dem Schlammwühler allerdings flink aus der Gefahrenzone zu entkommen und eine wertvolle Lektion für den Rest seines Lebens zu lernen.



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