Samstag, 23. November 2013

Schnecklingangler im Sand

Lauernder Schnecklingangler
Manchmal windet sich ein wurmähnliches Objekt auf dem sandigen Boden des Ozeans von Colchis und wer genau hinsieht, entdeckt auch ein paar aufmerksamer Augen, einen flachen Hügel und vielleicht eine freigepustete längliche Mulde im Sand. Wer nicht genau hinsieht, endet als Mittagessen für einen geduldigen Jäger, den Schnecklingangler (Chelunopiscator patiens). Dieser Lauerjäger ist ein schlechter Schwimmer, aber das hindert ihn nicht daran, Beute zu machen. Hierzu wartet er knapp unter die Sandoberfläche eingegraben und verwendet dabei einen seiner beiden vordersten Velartentakel als Köder. Dieser Tentakel ist stark verlängert und hat eine Beule am Ende, während der entsprechende Tentakel auf der anderen Seite nur eine kurze Knospe ist, die kaum über die Vorderlippe herausraugt. Sollte der Ködertentakel verloren gehen, zum Beispiel weil eine zu großer oder schnelle Beute angelockt wurde, kann die Knospe innerhalb weniger Tage zu einem neuen Ködertentakel heranwachsen. Allerdings kann der Schnecklingangler mit erstaunlich vielen Beutetieren fertig werden. Im Gegensatz zu den irdischen Anglerfischen besitzt er kein großes Maul, mit dem er Beutetiere schnell verschlingen kann, dafür ist aber sein zweites Tenatkelpaar zu einer tödlichen Waffe ausgebildet. Diese sehnigen Tentakel lauern dicht unter der Oberfläche, können blitzschnell nach oben greifen und ihre dornigen Enden in ein Opfer schlagen - und das ist meist auch schon genug. Schnecklingangler gehören nämlich zu den giftigsten Tieren auf Colchis und injizieren in ihr Opfer einen tödlichen Cocktail aus schnell wirkenden Nervengiften und gewebezersetzenden Enzymen, so dass das Opfer meist nur noch wenige Bewegungen machen kann, bevor es zu Boden sinkt und von innen her verdaut wird, so dass der Angler nur noch wenige Hopser über den Boden machen muss, um seine Mahlzeit aussaugen zu können.
Schnecklingangler ohne Sand...
Schnecklingangler sind hervorragend für ein Leben am Boden angepasst. Ihr flacher Körper lässt sich blitzschnell im Sand vergraben und ihre Haut kann ihre Farbe innerhalb einiger Minuten an die Farbe des Untergrunds anpassen. Die Ausatemöffnung des Anglers ist auf die linke Seite verlagert, so dass sie automatisch frei bleibt, wenn der Angler sich beim Eingraben am Ende nach rechts bewegt. Hierdurch bleibt außerdem die Hautpartie, die durch den Ausatemstrom freigepustet wird kleiner und unauffälliger als dies bei einer zentralen Atemöffnung der Fall wäre. Nur zur Fortpflanzung müssen die Angler längere Strecken zurücklegen, was sie als schlechte Schwimmer vorwiegend nachts in mehreren kurzen Etappen tun, um größeren Raubtieren zu entgehen.


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