Sonntag, 3. November 2013

Die Flora von Colchis I: Aquatische Flora

Auf Terra sind die makroskopischen photosynthetisch aktiven Organismen in drei unabhängig voneinander und von den Pilzen und Tieren aus Einzellern hervorgegangenen Gruppen organisiert, den Braunalgen, Rotalgen und den grünen Pflanzen (Grünalgen und Landpflanzen). Auf Colchis sieht die Sache anders aus. Hier ist die dominante Gruppe photosynthetisch aktiver, mehrzelliger Organismen aus den Floatern (Sacculata) hervorgegangen, die "Pflanzen" auf Colchis sind also abgewandelte "Tiere".
Larve und erwachsene Colchisanemone
Eine Gruppe von Floatern zeigt noch heute, wie es dazu gekommen sein könnte: Die Colchisanemonen (Thalassoluludia). Diese Tiere beginnen ihr Leben als kleine Floaterlarven mit breiten Fangarmen, mit denen sie das Wasser nach Plankton durchkämmen, von dem sie sich ernähren. Allerdings verdauen sie ncht alles, was sie fangen. Bestimmte Arten einzelliger Algen können von der Larve in das Gewebe ihrer Arme aufgenommen werden, wo sie weiter Photosynthese betreiben und das Tier ernähren können. Hat eine Colchisanemone genügend Algen eingefangen, sinkt sie auf Riffen oder Küstenfelsen in lichtdruchflutetem Flachwasser zu Boden und setzt sich fest. Ihr Mantel und Velum verhärten um den Körper zu schützen und die Tentakel verbreitern sich zu blattartigen Strukturen, die durch die hohe Zahl beherbergeter Algen leuchtend gelb-orange erscheinen. Colchisanemonen können ihre Tentakel bei Gefahr in den Rumpf zurückziehen und sie mit dem Velum schützen, sonst vermeiden sie aber jede unnötige Bewegung. Die nächste Generation aber muss sich wieder auf die Jagd nach neuen Untermietern machen und so stirbt derallergrößte Teil der Tiere bevor sie das gemütliche und sichere Leben einer erwachsenen Colchisanemone erreicht.
Die echten Colchispflanzen (Colchophyta) haben vor Jahrmillionen ihre Algenuntermieter in ihre Zellen aufgenommen, wie dies die irdischen Pflanzen auch mit den Bakterien getan haben, aus denen die Chloroplasten hervorgegangen sind. Diese Symbiose ernährt den Wirtsorganismus, wofür dieser seine Untermieter schützt und ihnen möglichst ideale Bedingungen bietet. 
Vier bandblättrige und eine tellerblättrige Colchisalge
Die häufigsten Formen makroskopischer Colchisalgen sind im Prinzip nichts anderes als mit dem Sacculus festsitzende, photosynthetisch aktive Floater ohne Tentakel. Das Velum ist deutlich vergrößert und entweder tellerförmig oder zu einer Seite verlängert und fungiert als Blatt, der Saccus fungiert als Spross und Wurzelsystem und verankert ie Alge am Grund. Außerdem beherbergt er die Fortpflanzungsorgane und entlässt durch seine Pore winzige Fortpflanzungsfloater, die treibend zu neuen Standorten wandern können. Da sie von Anfang an mit Algenzellen ausgestattet sind und so keine Beute fangen müssen, können sie schon als winzige Floater selbständig überleben, weshalb die meisten Colchisalgen enorme Zahlen an winzigen Nachkommen produzieren können.
Verschiedene Phytofloater
Vor allem auf Süßwasserseen und großen, ruhigen Flüssen, aber teilweise auch auf dem offenen Ozean, kommt eine weitere Form von Algen vor, die Phytofloater: Diese Wesen sind noch immer freischwimmen und hängen mit ihrem stark vergrößerten Velum an der Wasseroberfläche. Manche ursprüngliche Formen können sich noch absinken lassen und dann langsam zurück zur Oberfläche schwimmen, um Feinden zu entgehen, die meisten aber bleiben zeitlebens an der Wasseroberfläche und verteidigen sich gegen Feinde durch unverdauliche Faserstrukturen, Giftstoffe oder einfach ihre hohe Vermehrungsrate. Viele modernere Phytofloater, die ständig an der Oberfläche treiben, besitzen Schwimmhilfen in der Form von Luftkammern im Velum. Sie verbreiten sich gewöhnlich durch die Luft, so dass ihre Vermehrungsschweber leicht neue Wasserflächen besiedeln können.
Die vielleicht erfolgreichsten Phytofloater sind allerdings die multisacculaten Formen. Bei diesen bildet ein großes, ständig wachsendes  Velum immer wieder neue Sacculi, so dass ser Floater große Oberflächen überwuchern kann. Ihre Fortpflanzung ist meist rein vegetativ, indem sich kleinere Teile vom Rand ablösen oder das ganze Geflecht zerreisst. Bei Stürmen können kleine Fetzen auch über weite Strecken verbreitet werden, so dass multisacculate Phytofloater sehr erfolgreich selbst kleine Pfützen nach Unwettern besiedeln können.

Als nächstes: Die Landpflanzen von Colchis.


Keine Kommentare: