Donnerstag, 18. Juli 2013

Entwicklung der Schnecklinge II: Die Sacculation



Die Saccula ist das charakteristische Entwicklungsstadium aller höheren mehrzelligen Lebensformen auf Colchis und die Sacculastadien der allermeisten Gruppen ähneln sich auf den ersten Blick verblüffend. Der Weg zur Saccula, die Sacculation, kann aber ganz unterschiedlich verlaufen, so wie auch die Gastrulation bei irdischen Tieren auf verschiedenen Wegen abläuft. Den Anfang macht stets die Bratteola mit ihren drei Gewebeschichten, Trophoderm, Interderm und Tectoderm.
Schema der verschiedenen Wege der Sacculation
Der wahrscheinlich ursprünglichste Weg, die trophodermale Sacculation (Weg 1) findet sich heute noch bei den ursprünglicheren Floatern, den Ur- und wenigen Kiemenschnecklingen. Hierbei wächst zuerst das Trophoderm und wölbt sich dabei nach innen, so dass ein Hohlraum entsteht, der dem ursprünglichen Verdauungsraum entspricht (1a), die anderen Gewebeschichten folgen dann der Wölbung des wachsenden Trophoderms bis (1b) bis die Saccula ausgeformt ist (1c).
Bei den Colchiswürmern finden wir die konstriktive oder tectodermale Sacculation (Weg 2). Hier beginnt der Prozess, wenn sich ein ringförmiger Bereich des Tectoderms, etwa beim halben Radius der Bratteola zusammenzieht und so eine nach oben gewölbte Warze entsteht (2a). Das hierdurch unter Spannung gesetzte Interderm zieht dann das unten liegende Trophoderm in diese Warze hinein (2b) bis die Saccula gebildet wird (2c), wobei der Zug meist so stark ist, dass das Trophoderm an der Spitze der Warze das Tectoderm erreicht und mit diesem verschmilzt, um die zukünftige Mundöffnung des Tiers zu erzeugen, so dass die eigentliche Saccula nur ein sehr kurzfristig bestehendes Übergangsstadium ist.
Die höheren Floater haben meist große, schwebfähige und dotterreiche Eier. Ihre circumvittelare Sacculation (Weg 3) kommt ohne Verformungen aus, ind
em die Bratteola einfach um den Dotter herum wächst (3a) bis sich ihre Ränder am anderen Pol des Dotters treffen, dort aber nicht verschmelzen und (3b) beim Weiterwachsen das vom Dotter freie Velum der Saccula bilden (3c). Diese Art der Sacculation findet sich auch bei den Colchophyten.
Die höheren Schnecklinge weisen eine Sacculation (Weg 4, Chelonulida-Sacculation) auf, die sich von der trophodermalen Sacculation ableitet, aber dadurch unterscheidet, dass das Trophoderm zwei Hohlräume bildet (4a), die dann aufeinander zu wachsen (4b) und letztendlich zu einem durchgehenden Verdauungstrakt werden 4c, um den herum sich durch Zusammenziehen des Interderms die Saccula bildet.

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