Die
Natantia sind die
artenreichste Ordnung der Kiemenschnecklinge. Sie haben gut entwickelte
Seitenflossen und als Steuerruder ausgebildete Schwänze. Wie der lateinische
Name andeutet, sind sie schwimmende Tiere, die sich als Jäger oder
Planktonfiltrierer ernähren. Die Schale ist mehr oder weniger stark
zurückgebildet, was die Tiere beweglicher macht.
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| Ein typischer Planktonstrudler |
Die Planktonstrudler (Planctovoridae)
sind langgestreckte, stromlinienförmige Tiere, deren schnabellose große
Mundöffnung nach vorne weist. Das einströmende Wasser bricht sich an mehreren
Kanten im Schlund und kann durch drei bis fünf Öffnungen an den Seiten
ausströmen, wobei Nahrungspartikel hängen bleiben und anschließend geschluckt
werden können. Der Bereich des Mauls ist auch stark durchblutet und übernimmt
einen Großteil der Atemfunktion, so dass die Planktonstrudler eine verblüffende
Konvergenz zu den Fischen Terras aufweisen. Die ursprüngliche Kieme im hinteren
Rumpf hat bei der Atmung nur noch unterstützende Funktion, kann aber stoßartig
entleert werden, wobei der Schließmuskel der Afteröffnung den entstehenden
Wasserstrahl steuern kann, so dass die Tiere bei Gefahr eine ruckartige
Fluchtbewegung in eine überraschende Richtung ausführen können. Die
Velartentakel der Planktonstrudler sind sehr kurz, um die Stromlinienform nicht
zu stören und dicht mit Sinneszellen besetzt, so dass sie auch kleinste Spuren nahrhafter
Partikel aufspüren und diesen folgen können.
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| Igelschwimmer (Natericinus rapax) |
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| Schalenreste (Skelett) des Igelschwimmers |
Im Gegensatz zu den im offenen
Wasser schwimmenden Planktonstrudlern hält sich der Igelschwimmer (Natericinus
rapax) meist nah am Boden auf. Seine Schale ist bis auf eine Kapsel um sein
Gehirn, die Mundwerkzeuge, zwei als Muskelansätze dienenden Spangen entlang der
Flossensäume und einer Reihe kräftiger Stacheln zurückgebildet. Der Igelschwimmer
ist ein aktiver und durch seinen weichen Körperbau sehr agiler Räuber, der
bodenlebende Tiere jagt und ähnlich wie die irdischen Rochen lebt. Die vordere
Schneidekante seiner Mundwerkzeuge ist fest mit der Hirnkapsel verbunden,
während die hintere beweglich und mit Resten der Schale verbunden ist, an denen
kräftige Muskeln ansetzen, so dass der Igelschwimmer effektive Kiefer hat, mit
denen er die Schalen vieler Beutetiere mit Leichtigkeit knacken kann. Seine
Rückenstacheln schützen ihn gut vor anderen Räubern, besonders da angegriffene
Igelschwimmer sich heftig von einer Seite zur anderen werfen, so dass ihre
Stacheln ihre nähere Umgebung wie kleine Speere durchstossen.
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