Im Vergleich zu den Urschnecklingen haben die
Kiemenschnecklinge (Branchiochelonulida) eine Reihe moderner Merkmale
entwickelt, die sie zu deutlich aktiveren und sehr erfolgreichen Tieren machen.
Zuerst fällt da natürlich die namengebende Kieme auf, die sich aus einer Tasche
des Enddarms entwickelt hat. Ihre Wand ist mit Muskeln umgeben, so dass sie
durch pumpende Bewegungen mit Wasser gefüllt werden kann. Von einigen Arten
wird dabei ein kräftiges „Ausatmen“ durch den After auch als Antrieb genutzt,
um kleine Sprünge auszuführen. Über der Kieme liegt eine muskulöse Tasche, die
als Herz dient und die Körperflüssigkeit über die Kiemenoberfläche zum
Vorderende des Körpers pumpt. Bei größeren Arten können auch weitere, kleinere
Herzen an anderen Stellen vorkommen. Insgesamt ist der Blutkreislauf meist noch
offen, so dass die Körperflüssigkeit am Darm entlang durch das Gewebe zum herz
zurücksickert, sich dabei mit Nährstoffen anreichert und dann wieder über die
Kieme nach vorne gepumpt wird.
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| Typischer Körperbau eines Kiemenschnecklings |
Demnächst: Kiemenschnecklinge II, III und IV: Schwimmschnecklinge, Gondelwanderer und Federsteine

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